Bescheidener Wandschmuck und Meisterwerke der Tapetenkunst

Die Sammlung des Museums gibt einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Tapete, von den Dominopapieren des 18. Jahrhunderts bis zu den allerneusten Kreationen.
Die aus der Manufaktur Zuber stammende Sammlung (100 000 Objekte) und die Sammlung aus dem Stoffdruckmuseum Mulhouse wurden seit 1983 durch tausende weitere Objekte ergänzt, die dem Museum zum Teil geschenkt wurden, zum Teil mit Fördermitteln des „Fonds régional d’acquisition pour les musées“ (französischer Staat und Region Elsass), der „M2A“ (Agglomeration Mulhouse) und der Stadt Rixheim gekauft wurden.
Die Besonderheit des Tapetenmuseums Rixheim liegt in seiner Entscheidung, alle Tapetenarten aufzubewahren, gleich, ob es sich um Meisterwerke der Manufakturen oder um weit verbreitete Produkte handelt. Denn der Wandschmuck dient als historisches und soziologisches Erkennungsmerkmal, da er einen sehr privaten Einblick in ein Wohnhaus ermöglicht und Rückschlüsse auf den persönlichen Geschmack der aufeinanderfolgenden Bewohner sowie ihre soziale Stellung zulässt. Außerdem dokumentiert er die Geschichte der Manufaktur, aus deren Produktion er stammt, ihre Marktstrategie und ihre technischen Weiterentwicklungen, die sie von der Gründung bis zur Schließung durchlaufen hat. Schließlich spiegelt die Tapete auf hervorragende Weise die Entwicklung der verschiedenen Kunststile wider, denn als dekorative Kunst hat sie immer versucht, alle anderen Kunstarten zu imitieren. Vom Neoklassizismus Ende des 18. Jahrhunderts bis zum zeitgenössischen Design, über Historizismus, Jugendstil oder Art déco – die Tapete bildet vier Jahrhunderte der Geschichte des Wandschmucks ab.
Acht Panoramatapeten der Manufaktur Zuber aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind ständig im zweiten Obergeschoss des Museums ausgestellt. Weiter Panoramatapeten befinden sich im Depot und werden von Zeit zu Zeit je nach Thematik der Sonderausstellungen gezeigt.